Biodiversitätsinitiative - wieso?

Die Bevölkerung ist stolz auf die Natur und die Landschaften der Schweiz: Sie verbringt gerne und viel Zeit in der prächtigen Naturkulisse. Diese zieht zudem jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Intakte Natur und freie Landschaften sind damit ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität, eine Quelle unseres Wohlbefindens und sie gehören zum wirtschaftlichen Kapital der Schweiz.

Der Natur in der Schweiz geht es schlecht: Die Schweiz weist im Verhältnis zur Landesfläche eine hohe Artenvielfalt auf. Zu verdanken ist dieser Reichtum der geografischen Lage in Mitteleuropa und den durch Klima und Höhenlagen sehr vielfältigen Lebensräumen. Doch über ein Drittel aller untersuchten einheimischen Tier- und Pflanzenarten sind bedroht. Und auch viele ehemals verbreitete Arten werden immer seltener. Eine biologische Eintönigkeit macht sich in der Schweiz breit.

Schweiz ist im Hintertreffen: Die Schweiz ist schon lange kein Musterknabe mehr in Sachen Naturschutz. So weist sie im Vergleich mit anderen OECD-Ländern die höchste Anzahl bedrohter Arten auf. Ausserdem hat die Schweiz gerade einmal 6,2 Prozent ihrer Landesfläche unter Schutz gestellt und liegt damit auf dem hintersten Rang.

Es braucht mehr Geld für die Natur: Die Schweiz gibt jährlich nur 705 Mio. Franken für den Natur- und Landschaftsschutz aus (0,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts). Derweil betrugen die Ausgaben für alle Strassen im Kanton Zürich 2015 über eine Milliarde Franken. Da der Naturschutz seit Jahren völlig unterfinanziert ist, reicht das Geld nicht einmal für den Unterhalt der verfassungsrechtlich geschützten Moore. Und auch für einen wirkungsvollen Schutz der Biotope von nationaler Bedeutung stehen nicht genügend finanzielle und personelle Mittel bereit, obwohl es nur um bescheidene 2 Prozent der Landesfläche geht.

Es braucht mehr Fläche für die Natur: In der Schweiz wird pro Sekunde ein Quadratmeter Boden verbaut. Das sind 10 Fussballfelder pro Tag. Die schätzungsweise 33‘000 Tierarten, über 5‘000 Pflanzenarten und rund 8‘000 Pilzarten finden bald keinen Platz mehr. Dies kann nicht die Schweiz sein, die wir unseren Kindern hinterlassen wollen.

Natur und Landschaft sind unter Druck: Die Gesetzgebung zum Schutz von Natur, Landschaft und kulturellem Erbe befindet sich seit Jahren unter grossem politischem Druck. Anliegen des Naturschutzes stehen im politischen Abseits und finden im Parlament kein Gehör. Die Errungenschaften in der Schutzgesetzgebung werden zugunsten kurzsichtiger Nutzerinteressen abgebaut.


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